Unterhaltsregelungen während des Getrenntleben und nach Scheidung

 
 
• Kindesunterhalt

Der Kindesunterhalt wird auf der Grundlage der Düsseldorfer Tabelle festgelegt. Die Düsseldorfer Tabelle ist kein Gesetz, jedoch eine Richtlinie die vor den Familiengerichten bundesweit zur Anwendung kommt. Es gelten ab 01.01.2011 folgende Kindesunterhaltsbeträge in EURO:

 

Nr.

Nettoeinkommen
in EURO

0-5
Jahre

6-11
Jahre

12-17
Jahre

ab 18
Jahre

Vomhundertsatz

1

bis 1500

317

364

426

488

100

2

1501-1900

333

383

448

513

105

3

1901-2300

349

401

469

537

110

4

2301-2700

365

419

490

562

115

5

2701-3100

381

437

512

586

120

6

3101-3500

406

466

546

625

128

7

3501-3900

432

496

580

664

136

8

3901-4300

457

525

614

703

144

9

4301-4700

482

554

648

742

152

10

4701-5100

508

583

682

781

160

Über 5.101 EURO nach den Umständen des Falles


Für den monatlichen Grundbedarf von Kindern ist die Düsseldorfer Tabelle maßgeblich. Die vorstehenden Tabellensätze sind bezogen auf Unterhaltsverpflichtungen gegenüber einem Ehegatten und zwei Kindern. Bei einer größeren bzw. geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter ist eine Einstufung in niedrigere bzw. höhere Einkommensgruppen angemessen.
Grundlage jeder Unterhaltsberechnung bildet das bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. In Unterhaltsgruppen (Nr. 1 – 10) erfolgt die Bestimmung des Kindesunterhalts in Abhängigkeit von der Einkommensgruppe und der jeweiligen Altersstufe des Kindes. Einzelheiten zur Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens und zur Anwendung der Düsseldorfer Tabelle für den Bereich des OLG Frankfurt a.M. können Sie unter www.hefam.de nach nachlesen.
 
• Ehegattenunterhalt während des Getrenntleben

Während des Getrenntlebens hat der Unterhaltsverpflichtete neben Kindesunterhalt, bei Bedürftigkeit des Ehegatten auch Ehegattenunterhalt zu leisten (§ 1361 BGB). Vom bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen erhält der Unterhaltsberechtigte - ggf. nach Abzug von Kindesunterhalt - 3/7 der zur Verfügung stehenden unterhaltsrechtlich bedeutsamen Verteilungsmasse.

 
• Ehegattenunterhalt nach der Scheidung

Ein Unterhaltsanspruch nach Scheidung der Ehe ist dann gegeben, wenn ein Ehegatte nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen kann und eine Unterhaltsberechtigung etwa wegen Kinderbetreuung, Alters, Gebrechlichkeit, Ausbildung usw. besteht (§§ 1569 ff. BGB). Die Berechnung von Ehegattenunterhalt nach Scheidung folgt im wesentlich der Berechnung des Ehegattenunterhalts während des Getrenntlebens mit der Maßgabe, daß der Selbstbehalt des Unterhaltsverpflichteten nach der Scheidung erhöht ist. Weitere Einzelheiten können Sie bei www.hefam.de abrufen.

 
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