Güterrecht und Firmenbeteiligung

 
 

Sollten die sich scheidenden Eheleute ihre güterrechtlichen Verhältnisse nicht durch Ehevertrag geregelt haben, so treten gerade bei Firmenbeteiligungen oder beruflicher Selbständigkeit eine Vielzahl von Problemen auf. Leben die Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, so ist im Zusammenhang mit der Scheidung als Folgesache der Zugewinn auszugleichen. Zum dem Zugewinn unterliegenden Vermögen gehören auch Gesellschaftsanteile, Unternehmungen wie etwa eine Arztpraxis, ein Handwerksbetrieb oder eine Werbeagentur, aber auch Urheberrechte bzw. Patente. Die Werte dieser Vermögensgegenstände sind im Rahmen des Zugewinnausgleichs festzustellen und zu ermitteln. Stichtag für die Bewertung auch dieser Vermögenswerte ist der Tag der Zustellung des Scheidungsantrag an den anderen Ehegatten.

Lassen sich Bank- und Sparguthaben bzw. Lebensversicherungen leicht bewerten, so erfolgt die Bewertung von Firmenbeteiligungen oder Unternehmungen in aller Regel durch Hinzuziehung eines Sachverständigen. Auf der Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnungen, der Inventarliste, des know–how und vieler weitere Faktoren ist der Wert dieses Vermögensgegenstandes festzustellen. Bei Scheidung der Ehe ist der andere Ehegatte an dem  aus dem Firmenwert resultierenden Zugewinn zu beteiligen. Sie können sich vorstellen, dass über diese Wertfestsetzung bis ins letzte Detail über viele Jahre gestritten werden kann.

Um dies zu vermeiden empfiehlt es sich im Rahmen von Eheverträgen die güterrechtlichen Probleme bei Scheidung zu regeln. Aus diesem Grund sehen auch viele Gesellschaftsverträge eine Regelung zu güterrechtlichen Verpflichtungen ihrer Gesellschafter vor, um nicht bei Scheidung ihres Gesellschafters unternehmensrechtlich in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

 

 
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