Ehescheidung und Folgesachen

 
 
• Eine Scheidung der Ehe erfolgt durch Urteil des Familiengerichts. Vor dem Familiengericht herrscht im Rahmen des Scheidungsverfahrens Anwaltszwang. Der Scheidungsantrag und sonstige Anträge müssen von einem Rechtsanwalt gestellt werden (§ 78 Abs. 2 ZPO).
 
 
• Eine Ehe kann geschieden werden wenn sie gescheitert ist (§ 1565 Abs. 1 BGB). In der Familienrechtspraxis am häufigsten ist der Fall, daß beide Ehegatten übereinstimmend nach 1-jährigem Getrenntleben die Ehe für gescheitert erachten und einer der Ehegatten den Scheidungsantrag stellt.
Ein kurzes Zusammenleben zu Zecke der Versöhnung hemmt oder unterbricht das Getrenntleben. Ein 1-jähriges Getrenntleben ist der Regelfall für die Durchführung des Scheidungsverfahrens und der Annahme der Zerrüttung der Ehe.
• Vor Ablauf eines Trennungsjahres kann die Ehe nur geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen eine unzumutbare Härte darstellen würde (§ 1565 Abs. 2 BGB).
 
• Nach 1-jährigem Getrenntleben und gegen den Willen des anderen Ehegatten wird die Ehe geschieden, wenn das Gericht die Zerrüttung der Ehe feststellt. In der Regel reicht es hierfür aus, wenn ein Ehegatte ernsthaft seine Abwendung von dem Partner darlegt und vor Gericht bekundet
 
• Nach 3-jährigem Getrenntleben wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist (§ 1566 Abs. 2 BGB).
 
• Im Zusammenhang mit der Ehescheidung hat das Familiengericht über die Folgesachen (Sorgerecht, Unterhalt, Vermögensausgleich, Versorgungsausgleich usw.) zu entscheiden. Bei einer einvernehmlichen Scheidung haben die Parteien dem Gericht einen Vorschlag über die Folgesachen zu unterbreiten.
 
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